Milton Erickson
Der amerikanische Mediziner begründete die moderne Hypnotherapie. Seine eigene schwere Krankheit nutzte er als permanentes Experiment zur Selbsterfahrung.
Mit 17 Jahren erkrankte Milton Erickson an schwerster Kinderlähmung und konnte nur seine Augen ein wenig bewegen. Er entdeckte unglaubliche Möglichkeiten, Trancezustände zur Aktivierung seiner Selbstheilungskräfte zu nutzen. So fand er heraus, welch enormes Potenzial in unserem Unterbewusstsein verborgen liegt.
Er starrte z.B. stundenlang auf seine Hand und versuchte sich zu erinnern, wie es sich anfühlte, eine Heugabel zu halten. Nach 11 Monaten konnte Milton wieder an Krücken gehen, nach einiger Zeit blieb nur ein leichtes Hinken zurück.
Erickson wandte sich von Freud und der klassischen Hypnose ab. Seine Patienten behandelte er überwiegend in Trance, ohne klassische Mittel (Pendel, Spiegel oder fixierendem Augenkontakt) einzusetzen. Die Patienten gingen im Gespräch durch sanfte Suggestionen selbst in Trance.
Erickson wollte seine Patienten nicht "umprogrammieren", sondern ihnen ihre Begabungen vor Augen führen und zugänglich machen. Diese Methodik ermöglichte seine beeindruckenden und schnellen Erfolge.
Das Unbewußte definiert Erickson nicht als Ort aller verbotenen, verdrängten und unerwünschten Triebe und Ängste. Hier liegen für Erickson die wahren Fähigkeiten des Menschen verborgen, die er ihm durch Hypnose zugänglich macht. Denn die Trance erleichtert den Zugang zu unterbewußten Fähigkeiten, die sonst durch die Logik des Denkens überdeckt werden.